OVIS – Ophthalmologische Versorgungsforschung in Seniorenheimen

Stiftung Auge stellt Maßnahmen für eine bessere augenärztliche Versorgung vor

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Die Studie OVIS (Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen) hat gezeigt, dass die augenärztliche Versorgung in Seniorenheimen erheblichen Nachholbedarf hat. Die Ergebnisse der deutschlandweit größten Studie belegen: Der letzte Augenarztbesuch der Bewohner lag durchschnittlich vier Jahre zurück. Experten empfehlen eine jährliche Kontrolle ab einem Alter von 60 Jahren. Rund die Hälfte der Befragten gab den Transport zur Arztpraxis als größte Hürde an. Zu den häufigsten im Rahmen der Studie festgestellten Augenerkrankungen zählten altersabhängige Makuladegeneration (AMD), Grauer Star und Grüner Star. Bei rund 50 Prozent der Studienteilnehmer lag ein Grauer Star vor. Häufig fehlte lediglich eine passende Brille, um gutes Sehen, Lesen und dadurch eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Die Stiftung Auge hat sich zum Ziel gesetzt, jedem Heimbewohner eine gute augenärztliche Behandlung/Versorgung zu ermöglichen. Daher lud sie verschiedene Stakeholder an einen Runden Tisch, um Möglichkeiten zur Verbesserung der augenärztlichen Versorgung zu diskutieren.

In einem gemeinsamen Papier legten die Beteiligten folgende konkrete Maßnahmen dafür fest:

  1. Der augenärztliche Befund und eine augenärztliche Empfehlung soll vor dem Einzug in Senioren- oder Pflegeeinrichtung standardisiert dokumentiert werden.
  2. Das Thema „Auge“ muss bundesweit in der Pflegeausbildung und -fortbildung gestärkt werden.
  3. Einfache Screening-Untersuchungen müssen im Heim ermöglicht werden, deshalb sollten Pflegeeinrichtungen mit einfachen Untersuchungsinstrumenten ausgestattet werden.
  4. Der Transport von mobilen Bewohnern zum Augenarzt muss sichergestellt und finanziert werden. Hierzu gehört auch die Finanzierung der personellen Begleitung durch das Pflegepersonal.
  5. Um eine bessere augenärztliche Versorgung in Seniorenheimen aufzubauen, müssen Modellprojekte etabliert werden. Um diese Versorgungskonzepte flächendeckend umzusetzen, braucht es eine gesicherte Finanzierung dieser Modellprojekte.

 

Die geforderten Maßnahmen werden von einem breiten Bündnis unterstützt:

Andreas Bethke
Geschäftsführer Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), Berlin

Dr. Elisabeth Fix
Referentin Rehabilitation, Alten- und Gesundheitspolitik Deutscher Caritasverband e.V., Berlin

Anita Götzer
Schulleitung Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Stiftung Kath. Familien- und Altenpflegewerk, München

Dr. Frank Johannes Hensel
Caritasdirektor Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Diplom-Psychologin Ursula Lehr
Ehrenvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), Bonn

Herbert Mauel
Geschäftsführer Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Berlin

Dr. Ludwin Monz
Vorstandsvorsitzender Carl Zeiss Meditec AG, Jena

Christian Seuß
Koordinator des Aktionsbündnisses „Sehen im Alter“, Deutscher Blinden und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), Berlin

 

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