Wiederaufbauhilfe nach dem Erdbeben in Haiti

Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben mit 7,0 auf der Richterskala Haiti, etwa 15 km süd-westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Große Teile der Stadt und medizinischer Einrichtungen wurden schwer beschädigt.

Blindheit und Sehbehinderungen in Haiti

Für Haiti gibt es keine verlässlichen Zahlen zum Thema Blindheit. Schätzungen zufolge sind etwa 80 000 Menschen blind, vier Prozent davon sind Kinder. Ursachen sind vor allem Vitamin-A-Mangel, ein angeborener Katarakt und Verletzungen. Sieben Prozent aller Schulkinder leiden an einer Sehschwäche.

1998 wurde eine erste nationale Kommission zur Verhütung von Blindheit von der World Health Organization (WHO), der Pan American Health Organization (PAHO), der Christoffel Blindenmission (CBM), dem Caribian Council for the Blind und Sight Savers ins Leben gerufen – mit dem Ziel, Augendienste zu stärken und Fachpersonal auf allen Ebenen auszubilden. Im Juli 2000 wurde die Kampagne VISION 2020 offiziell unterschrieben und 2007 ein erster mehrjähriger nationaler Blindheitsverhütungsplan 2008–2011 erstellt.

Das Hôpital Université d’Etat d’Haiti

Die Augenabteilung des Universitätskrankenhauses von Port-au-Prince bietet einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. Die „Outreach“-Dienste werden zusammen mit den lokalen Institutionen in verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Am Krankenhaus werden auch Augenärzte ausgebildet. Es handelt sich dabei um das einzige Ausbildungsprogramm im ganzen Land. 2008 wurden drei Augenärzte ausgebildet, 70 Allgemeinmediziner erhielten eine Fortbildung in Blindheitsverhütung. 17 248 Patienten wurden im Krankenhaus untersucht, 26 894 während der „Outreach“-Dienste. Insgesamt wurden 732 Augenoperationen durchgeführt.

Nach dem Erdbeben wurde die Augenklinik zum Teil schwer beschädigt. Der Medizinische Direktor und Augenarzt Dr. Cadet leistete auch direkt nach dem Erdbeben in der Klinik augenmedizinische Arbeit und führte schwierige Operationen durch, die durch traumatische Verletzungen ausgelöst wurden.

Wiederaufbauhilfe

Gemeinsam mit der Christoffel Blindenmission (CBM) unterstützt die Stiftung Auge den Wiederaufbau am Universitätsklinikum in Port-au-Prince. Um einen weiteren Augenarzt beschäftigen zu können, werden Fördermittel von 9.000 € benötigt.

Den komplette Text zum Download finden Sie hier