OVIS – Ophthalmologische Versorgungsforschung in Seniorenheimen

Erblindung und Sehbehinderung bei alten Menschen bekämpfen

Viele Menschen in Deutschland leiden an Sehbehinderungen, die unbehandelt bis zur Erblindung führen können. Am häufigsten trifft es pflegebedürftige Senioren. Denn obwohl in Deutschland augenärztliche Versorgung auf höchstem Niveau flächendeckend verfügbar ist, gelangt sie oft nicht zu Menschen in Pflege- und Seniorenheimen.

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Die Stiftung Auge hat mit der Studie OVIS – der deutschlandweit größten einschlägigen Versorgungsstudie – die augenärztliche Versorgungssituation in Seniorenheimen untersucht. „Ziel ist es, die Lebenssituation älterer Menschen mit Sehbehinderungen in Seniorenheimen gezielt zu erfassen und Versorgungslücken aufzudecken“, sagt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge, DOG-Präsidiumsmitglied und Direktor Universitäts-Augenklinik Bonn. Experten, darunter auch Professor Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., präsentierten die Studienergebnisse jetzt erstmals im Rahmen einer Pressekonferenz.

In der OVIS-Studie befragten und untersuchten Ärzte von 14 Augenkliniken rund 600 Bewohner in 32 Heimen. Mit Hilfe von standardisierten Fragebögen analysierten sie die Lebenssituation, Augenarztbesuche und den allgemeinen Gesundheitszustand der Bewohner. Außerdem hielten die Ärzte die Krankheitsgeschichte und die erhobenen Augenuntersuchungen fest.

Die Ergebnisse zeigen: Fast zwei Drittel der Bewohner haben Anzeichen von Augenerkrankungen, die behandelt werden sollten. Die Augenärzte empfahlen rund der Hälfte der Untersuchten jährliche Kontrollen beim Augenarzt. Über ein Drittel der Teilnehmer sollten sich sogar innerhalb von zwei Monaten beim Augenarzt vorstellen. Im Durchschnitt lag der letzte Besuch beim Augenarzt vier Jahre zurück. Experten empfehlen jedoch, sich ab dem 40. Lebensjahr ein- bis zweimal jährlich augenärztlich untersuchen zu lassen.

Zu den häufigsten festgestellten Erkrankungen zählten grauer Star, altersabhängige Makuladegeneration und grüner Star. Bei rund der Hälfte der Bewohner (53 Prozent) lag ein grauer Star vor, der in 62 Prozent der Fälle als operationswürdig eingestuft wurde. Etwa die Hälfte der Betroffenen wünschte sich eine solche Operation, die ein kurzer Routineeingriff ist und in den meisten Fällen eine erhebliche Verbesserung des Sehvermögens bringt. Die größte Hürde für den Besuch beim Augenarzt ist der Transport: 39 Prozent der Teilnehmer gaben an, keine Transportmöglichkeit zu haben, 19 Prozent fehlte die notwendige Unterstützung dafür. Dabei gaben rund ein Drittel der Bewohner an, dass sie prinzipiell mobil genug für einen Besuch beim Augenarzt wären.

Die Stiftung Auge will diese Datengrundlage nun nutzen und alle beteiligten Akteure zu einem gemeinsamen Runden Tisch einladen, um die augenärztliche Versorgung von Senioren in Pflegeeinrichtungen gemeinsam zu verbessern. Die ausführlichen Presseunterlagen zur OVIS-Studie finden Sie hier.

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